Wer sind die relevanten Akteure hinter der Lidar-Technologie? Wo könnte sich im Robotics-Umfeld der nächste große Wachstumstreiber verbergen? Welche Unternehmen werden noch immer maßgeblich von ihren Gründern geprägt? Und bei welchen Namen tauchen erste Hinweise auf erhöhte Marktspannung auf, bevor sie breite Aufmerksamkeit erhalten? Antworten auf solche Fragen entstehen selten auf der Ebene großer Sektoren. Sie finden sich dort, wo Märkte feiner aufgelöst werden: in thematischen und kuratierten Portfolios, die gezielt nach Gemeinsamkeiten, Mustern und Auffälligkeiten (Nano-Perspektive) suchen.
GICS MicroSectors setzt eine Ebene oberhalb der zuvor genannten Themenansätze an. Der Fokus liegt auf kleinen, klar umrissenen thematischen Einheiten innerhalb von Märkten, die für sich genommen bereits aussagekräftig sind, in traditionellen Sektorlogiken jedoch häufig untergehen. MicroSektoren beschreiben keine neuen Industrien, sondern präzise Ausschnitte bestehender Märkte – dort, wo sich Technologie, Geschäftsmodell und Aufmerksamkeit sichtbar verdichten. Typischerweise handelt es sich um Bereiche, in denen zyklisch-, saisonal- oder nachrichtengetrieben ein erhöhter Informations- und Analysebedarf entsteht. Häufig markieren diese Themen Übergangsphasen, in denen sich aus spezialisierten Marktsegmenten breitere Trendfelder entwickeln. Diese Entwicklung geht meist mit zunehmender öffentlicher Wahrnehmung einher, die sich sowohl in der Intensität der Berichterstattung als auch in den Kursbewegungen börsennotierter Geschäftsmodelle widerspiegelt. GICS MicroSectors macht genau diese frühen Verdichtungen sichtbar und schafft damit eine fokussierte Einordnungsebene zwischen übergeordneten Marktstrukturen und einzelnen Unternehmensanalysen.
Um die Vielzahl möglicher MicroSektoren auf ein handhabbares und relevantes Maß zu begrenzen, folgt GICS MicroSectors einem klaren Auswahlprinzip. Berücksichtigt werden Themen, bei denen sich konkreter Informationsbedarf, erhöhte Nachrichtendichte und wiederkehrende Aufmerksamkeit innerhalb der internationalen Anleger- und Trading-Community überlagern. Ergänzend fließen datenbasierte Auswertungen sowie Muster aus der öffentlichen Kommunikation und Diskussion in sozialen Medien ein. GICS MicroSectors schafft damit eine präzise Beobachtungsebene zwischen breiter Marktstruktur und individueller Einzeltitelanalyse. Der Fokus liegt nicht auf Prognosen, sondern auf Sichtbarkeit: auf Themen, die klein beginnen, aber genügend Substanz besitzen, um als eigenständiger Marktbaustein wahrgenommen zu werden.
Innerhalb von GICS Eleven ist die Beziehung zwischen TIER 1 (CORE), TIER 2 (TREND) und TIER 3 (MICRO) nicht als Bruch, sondern als logische Fortsetzung innerhalb eines fein abgestuften Beziehungs- und Abhängigkeitsgefüges konzipiert. Die Ebenen bauen aufeinander auf und ergänzen sich, statt voneinander getrennt zu funktionieren. TIER 1 (CORE) bildet dabei den übergeordneten Rahmen. Er dient der strukturellen Einordnung von Unternehmen, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten und schafft Orientierung auf Meta-Ebene. TIER 2 (TREND) und TIER 3 (MICRO) setzen dort an, wo sich innerhalb dieses Rahmens thematische Verdichtungen, beschleunigte Entwicklungen oder fokussierte Schwerpunkte herausbilden. Durch Marktdynamiken und wechselnde Informationslagen können sich Überschneidungen ergeben, die eine eindeutige Zuordnung erschweren oder bewusst offenlassen. Genau darin liegt jedoch kein Mangel, sondern ein konzeptionelles Merkmal. Die Ebenen stehen stets in Beziehung zueinander und erlauben unterschiedliche Blickwinkel auf denselben Marktzusammenhang.
Ob eine Perspektive als besonders relevant, rein informativ oder subjektiv bedeutsam wahrgenommen wird, liegt letztlich im Ermessen des Nutzers. GICS Eleven versteht sich daher nicht als abschließende Instanz, sondern als strukturierter Orientierungsrahmen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit oder Interpretationshoheit ist damit ausdrücklich nicht verbunde
Am Beispiel des Info-Portals Feingold Research wird diese Symbiose besonders deutlich. Der Meta-Sektor Materials bildet den übergeordneten Bezugsrahmen: Alle dem Sektor zugeordneten Unternehmen sind vollständig erfasst und mit den relevanten Nachrichten verknüpft. Damit entsteht ein vollständiger sektoraler Resonanzraum, der die Breite des Marktes abdeckt. Parallel dazu werden aus diesem Core heraus Trendsektoren als eigenständige Infostreams abgeleitet. Diese folgen nicht mehr der vollständigen Abdeckung, sondern einer inhaltlichen Fokussierung. Die Spannweite reicht dabei bewusst von Meta zu Micro: von Materials als übergeordnetem Sektor, über Mining als funktionale und operative Verdichtung, bis hin zu Seltenen Erden als thematisch hochspezifischem Ausschnitt innerhalb derselben Wertschöpfungskette. Die Trennschärfe liegt dabei nicht im Objekt – es handelt sich teilweise um dieselben Unternehmen –, sondern in der Perspektive.
Tier 1 (Core) beantwortet die Frage: Wo gehört ein Unternehmen strukturell hin?
Tier 2 (Trending) beantwortet die Frage: Warum steht ein Teil dieses Sektors aktuell im Fokus?
Trendsektoren entstehen somit nicht durch neue Klassifikationen, sondern durch thematische Gewichtung, Nachrichtenintensität und Marktaufmerksamkeit. Sie bilden dynamische Beobachtungsräume, in denen sich Entwicklungen früher und konzentrierter abzeichnen als im breiten Core.
Analog zu GICS Alpha oder GICS IPO fungieren diese Trendsektoren als kuratierte Informationsschichten: Sie filtern aus dem Core jene Segmente heraus, die aktuell durch technologische, geopolitische oder nachfrageseitige Impulse geprägt sind. Für Journalisten, Redaktionen und Analysten entsteht dadurch ein unmittelbarer Mehrwert: Statt den gesamten Meta-Sektor zu durchforsten, stehen thematisch präzise Infostreams zur Verfügung, die Relevanz bereits vorselektieren.
Im Ergebnis bildet GICS Eleven damit ein mehrdimensionales Ordnungssystem: Der Core sorgt für Struktur und Vollständigkeit, Tier 2 für Fokus und Aktualität, Tier 3 für analytische Tiefe. Trendsektoren sind kein Gegenentwurf zum Meta-Sektor – sie sind dessen bewegliche Projektion.
Thematic Portfolios (a/k/a Themefolios) stellen ein eigenständiges konzeptionelles Element dar. Sie sind aus gemeinschaftlich entwickelten Ideen hervorgegangen und werden fortlaufend durch Impulse aus der globalen Investorengemeinschaft weiterentwickelt. Zugleich dienen sie als interaktiver Anknüpfungspunkt für den fachlichen Austausch innerhalb einer internationalen Trading-Community. Mit inzwischen über 250 thematischen Fokus-Portfolios (Stand 01/2026) verdichten Themen-Portfolios Marktinformationen auf klar umrissene Mikro- und Nano-Themen. Der Ansatz folgt dabei nicht der Logik größtmöglicher Abdeckung, sondern der gezielten Schärfung: Trends, Technologien, Geschäftsmodelle oder Governance-Muster werden so sichtbar gemacht, wie sie sich im Detail entwickeln und miteinander verzahnen. GICS MicroSectors sowie die darunterliegende Betrachtungsebene der Nano-Sectors bilden damit fein aufgelöste Analyseebenen innerhalb des G11 General Industry Compass Systems. Sie ergänzen die übergeordneten Marktstrukturen um präzise thematische Tiefenschärfe. Eine weiterführende Erweiterung dieses Ansatzes stellen die Curated Portfolios dar. Sie bauen auf den Themefolios auf und ergänzen diese um eine zusätzliche redaktionelle und einordnende Perspektive. Wer sich intensiver mit diesem Konzept befassen möchte, findet dort den passenden Einstiegspunkt
Aufgrund der Vielzahl individueller Themen besteht seit Kurzem die Möglichkeit, gezielt nach Unternehmen und ihren thematischen Micro-Clustern zu suchen. Wer tiefer einsteigen möchte, findet hier den Zugang zur Produkt- und Konzeptübersicht.